WFV-Bestimmungen nur ungefähre Handlungsanleitung?

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Gast

WFV-Bestimmungen nur ungefähre Handlungsanleitung?

Beitragvon Gast » Fr 9. Jun 2017, 09:56

Den WFV kratzen scheinbar nicht einmal mehr seine eigenen Bestimmungen ...

In den RICHTLINIEN ZUR DURCHFÜHRUNG DER MEISTERSCHAFT DES WFV (http://www.wfv.at/WFVMeisterschaft.pdf) heißt es in Punkt 5.3.:

5.3. Spiele der letzten Runde
Spiele der letzten Runde, die für den Auf- und Abstieg von Bedeutung sind, müssen vom Heimverein am Samstag zur gleichen Zeit (Ersatztermin Sonntag 17.00 Uhr) angesetzt werden.

Wo, bitte, wurde diesem Punkt in der aktuellen Oberliga A-Meisterschaft Rechnung getragen? Konkret geht es um die Teams L.A. Riverside (57 Punkte vor der letzten Runde) und Schwechat 1b (55 Punkte vor der letzten Runde). Während L.A. Riverside sein abschließendes Match am morgigen Samstag um 17.30 Uhr austrägt, spielte die 1b von Schwechat schon am gestrigen Donnerstag (19 Uhr) gegen die WSK 1b und gewann mit 2:0. Damit übernahm die 1b der Schwechater die Tabellenführung und verfügt über das klar bessere Torverhältnis. Für L.A. Riverside ist nun klar, dass sie das abschließende Match gegen den Margaretner AC gewinnen müssen, um den Meistertitel zu fixieren. Von der Papierform her dürfte das kein Problem sein, gilt die Vucic-Truppe doch als klarer Favorit. Aber darum geht's gar nicht, sondern um die Einhaltung der Regeln - offensichtlich fand man beim WFV nichts dabei, dass die meisterschaftsentscheidenden Matches nicht nur nicht zur selben Uhrzeit, sondern überhaupt an zwei verschiedenen Tagen angesetzt wurden.

Hallo, WFV, ist da jemand?

Lexikon

Re: WFV-Bestimmungen nur ungefähre Handlungsanleitung?

Beitragvon Lexikon » Fr 9. Jun 2017, 11:25

Es hat schon vor vielen Jahren einen ähnlichen "Fall" gegeben und da wurde diese Bestimmung im Einverständniss beider (!) betroffener Vereine außer Kraft gesetzt.
Ob das diesmal aber auch zutrifft - das kann ich nicht beantworten.

Gast

Re: WFV-Bestimmungen nur ungefähre Handlungsanleitung?

Beitragvon Gast » Sa 10. Jun 2017, 09:58

Lexikon hat geschrieben:Es hat schon vor vielen Jahren einen ähnlichen "Fall" gegeben und da wurde diese Bestimmung im Einverständniss beider (!) betroffener Vereine außer Kraft gesetzt.
Ob das diesmal aber auch zutrifft - das kann ich nicht beantworten.


Sorry, aber das geht so nicht (ich meine nicht Dich, "Lexikon", sondern den WFV)! Man kann doch ein vom WFV herausgegebenes und für alle Vereine innerhalb dieses Verbandes geltendes Regulativ nicht dadurch außer Kraft setzen, nur weil sich zwei Mitglieder (also geschätzte 1,5 Prozent des Geltungsbereichs) auf eine diesen Bestimmungen zuwiderlaufende Spielansetzung verständigt haben. Und das möglicherweise noch mit dem Sanktus des WFV, der damit signalisieren würde, dass er es mit seinem eigenem Regelwerk nicht so genau nimmt. Immerhin handelt es sich dabei um eine "Muss"- und keine "Kann"-Bestimmung! Nebenbei: in den Durchführungsbestimmungen steht nichts von der Möglichkeit einer abweichenden Regelung - wie auch, handelt es sich dabei doch um eine "Muss"-Bestimmung.

Da geht es nicht um ein agreement zwischen zwei Vereinen, sondern um die Glaubwürdigkeit und Durchsetzbarkeit von Regulativen. Welchen Wert hat denn ein Regelwerk, wenn man selbst "Muss"-Bestimmungen nicht einzuhalten braucht?

Jurist

Re: WFV-Bestimmungen nur ungefähre Handlungsanleitung?

Beitragvon Jurist » Mo 12. Jun 2017, 09:41

Wenn der dafür zuständige im WFV geschätzte 27 andere "Amterln" hat darf man sich nicht wundern wenn nicht alles perfekt ist ;)

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regelunkundiger
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Re: WFV-Bestimmungen nur ungefähre Handlungsanleitung?

Beitragvon regelunkundiger » Mo 12. Jun 2017, 16:02

Es ist nicht verboten einen Nachteil bewusst in Kauf zu nehmen. Wenn eine Mannschaft bewusst ihr Spiel vorher spielen möchte und damit dem Mitbewerber die Chance in die Hand gibt, dass dieser bei seinem Spiel weiß, welches Ergebnis "benötigt" wird, ist das einzig und alleine die Entscheidung dieser Mannschaft.

Das ist meines Wissens gängige Praxis - auch in anderen Bundesländern, siehe z.B. in NÖ/Weinviertel, http://www.fussballnord.at/hg-nord/hg-nord-aktuell/753. Wie man an den Terminen sehen kann hat in dem Fall der angesprochene Verein nicht verzichtet, die 1b von Schwechat offenbar schon.

Gast

Re: WFV-Bestimmungen nur ungefähre Handlungsanleitung?

Beitragvon Gast » Di 13. Jun 2017, 12:25

Jurist hat geschrieben:Wenn der dafür zuständige im WFV geschätzte 27 andere "Amterln" hat darf man sich nicht wundern wenn nicht alles perfekt ist ;)

Du wirst doch nicht jene Person meinen, welche man auch oft in der Krieau und beim Futsal antrifft, bei Schiedsrichterfortbildungen im Fußballleibchen von Red Bull Salzburg Vorträge hält :mrgreen:

Gast

Re: WFV-Bestimmungen nur ungefähre Handlungsanleitung?

Beitragvon Gast » Di 13. Jun 2017, 16:14

regelunkundiger hat geschrieben:Es ist nicht verboten einen Nachteil bewusst in Kauf zu nehmen. Wenn eine Mannschaft bewusst ihr Spiel vorher spielen möchte und damit dem Mitbewerber die Chance in die Hand gibt, dass dieser bei seinem Spiel weiß, welches Ergebnis "benötigt" wird, ist das einzig und alleine die Entscheidung dieser Mannschaft.

Das ist meines Wissens gängige Praxis - auch in anderen Bundesländern, siehe z.B. in NÖ/Weinviertel, http://www.fussballnord.at/hg-nord/hg-nord-aktuell/753. Wie man an den Terminen sehen kann hat in dem Fall der angesprochene Verein nicht verzichtet, die 1b von Schwechat offenbar schon.


Der Unterschied zwischen Wien und Niederösterreich ist allerdings, dass die NÖ-Durchführungsbestimmungen (http://www.noefv.at/Richtlinien-Meisterschaft-4.pdf?:hp=2496;131;de, §12 (d) auf S. 14) eine derartige Möglichkeit explizit vorsehen.

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regelunkundiger
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Re: WFV-Bestimmungen nur ungefähre Handlungsanleitung?

Beitragvon regelunkundiger » Mi 14. Jun 2017, 11:51

Gast hat geschrieben:
Der Unterschied zwischen Wien und Niederösterreich ist allerdings, dass die NÖ-Durchführungsbestimmungen (http://www.noefv.at/Richtlinien-Meisterschaft-4.pdf?:hp=2496;131;de, §12 (d) auf S. 14) eine derartige Möglichkeit explizit vorsehen.


Es gibt auch in den Bestimmungen des WFV mehrere Anknüpfungspunkte dafür. Ein Beispiel wäre 5.6.

Gast

Re: WFV-Bestimmungen nur ungefähre Handlungsanleitung?

Beitragvon Gast » Mi 14. Jun 2017, 12:49

regelunkundiger hat geschrieben:
Gast hat geschrieben:
Der Unterschied zwischen Wien und Niederösterreich ist allerdings, dass die NÖ-Durchführungsbestimmungen (http://www.noefv.at/Richtlinien-Meisterschaft-4.pdf?:hp=2496;131;de, §12 (d) auf S. 14) eine derartige Möglichkeit explizit vorsehen.


Es gibt auch in den Bestimmungen des WFV mehrere Anknüpfungspunkte dafür. Ein Beispiel wäre 5.6.


Mag sein, dass es mehrere Anknüpfungspunkte gibt - dieses Beispiel aber ganz sicher nicht.

Was hat Punkt 5.6 mit der Vorschrift, meisterschaftsentscheidende Spiele zur gleichen Zeit auszutragen, zu tun? Da geht's um Auf- und Abstieg und bezieht sich auf §35 (ÖFB-Rechtspflegeordnung), die da lautet:
§35 Zwangsabstieg
Der Verein bzw. eine seiner Mannschaften wird in eine tiefere Spielklasse versetzt.

Unterhausfan

Re: WFV-Bestimmungen nur ungefähre Handlungsanleitung?

Beitragvon Unterhausfan » Mi 14. Jun 2017, 14:32

Nehmen wir es zur Kenntniss was angegangen ist. Vl findet der Herr mit den 27 Amterln ja im Sommer etwas Zeit hier eine klare Richtlinie zu schaffen. Bin ja nicht ein Gegner, dass man auf den eigenen Vorzeil verzichten darf, es handelt sich ja hier um Amateursport wo vl die eine oder andere familiäre Verpflichtung (wie Beispiel Mauer mit Hochzeit ja zeigt) die über das Fußballspiel einzuordnen ist, sollte aber doch mit ddn Bestimmungen KLAR in Einklang gebracht werden.
MfG